Naturschwämme – Plastikfrei und im Trend

Nasser Naturschwamm mit Badeschaum

Wie man das Badezimmer zu großen Teilen von Plastik befreit, haben wir schon einmal an anderer Stelle besprochen. Nun werfen wir noch einmal einen genaueren Blick auf die Alleskönner aus dem Meer: Naturschwämme. Sie sind vielseitig einsetzbar, pflegen die Haut hervorragend und sind – wer hätte es gedacht – komplett plastikfrei.

Ursprung: Woher kommen Naturschwämme?

Naturschwämme sind Meeresbewohner, die unter anderem am Boden des Mittelmeeres, des Indischen und des Atlantischen Ozeans gedeihen. Dachte man vor einigen hundert Jahren noch, dass es sich dabei um Pflanzen handelt, weiß man mittlerweile, dass die Schwämme tierische Organismen sind.

Diese „Hornkieselschwämme“, wie sie korrekt heißen, sind unter Wasser im Ursprungszustand von einem Weichkörper umhüllt. Erst durch mehrmaliges Waschen und Auswringen sieht der Naturschwamm so aus, wie wir ihn vom Badezimmer kennen. Das Utensil, mit dem wir uns waschen, ist gewissermaßen also das Skelett des Schwammes, das sogenannte Spongingerüst. Bemerkenswert daran ist, dass dessen Zusammensetzung der des Seidenfadens ähnelt. Das erklärt auch die weiche, saugfähige Beschaffenheit des Schwammes, was ihn zu einem hervorragenden Hilfsmittel für die Körperpflege macht.

Um auch die Nachhaltigkeit beim Kauf im Blick zu behalten, sollten vor allem auch die Erntebedingungen beachtet werden. Wichtig hierbei ist, dass die Schwämme nicht vom Meeresboden gerissen, sondern oberhalb ihrer Basis abgeschnitten werden, damit sie sich regenerieren und nachwachsen können.

Das natürliche Äquivalent zum herkömmlichen Drogerie-Schwamm erfreut sich besonders unter Plastikvermeidern großer Beliebtheit. Auch für Naturkosmetikliebhaber ist der Naturschwamm die logische Ergänzung fürs Badezimmer-Sortiment. Wer auch bei der Verpackung Wert auf Plastikfreiheit legt, sollte sich für ein Produkt von Marie Natur entscheiden. Dort gibt es Schwämme, deren Verpackungen komplett kompostierbar sind.

Unterschiedliche Naturschwämme mit unterschiedlichen Stärken

Kollage dreier verschiedener Arten von Naturschwämmen
Naturschwämme kommen in vielen Formen und mit unterschiedlichen EIgenschaften

Ganz so weich wie aus Kunststoff hergestellte Badeschwämme sind die natürlichen Verwandten nicht. Das ist aber kein Nachteil – ganz im Gegenteil. Durch die leicht raue Oberfläche entsteht ein angenehmer, sanfter Peelingeffekt, der abgestorbene Hautpartikel entfernt und nebenbei die (oft mikroplastikhaltige) Peelinglotionen ersetzt. Das Hautgefühl ist trotzdem äußerst angenehm und wer einmal einen Naturschwamm ausprobiert hat, möchte selten zurück zum Plastikprodukt.

Aber auch innerhalb der Familie der Hornkieselschwämme gibt es große Unterschiede, was Beschaffenheit, Hautgefühl und Verwendungszweck angeht. Zum Beispiel gibt es da die grobporigen Honeycomb Naturschwämme. Sie sind besonders saugfähig und weich und eignen sich daher vor allem als Badeschwamm oder zur Babypflege. Durch ihre hypoallergenen Eigenschaften sind sie für alle Hauttypen geeignet und sorgen dank des Peelingeffekts für eine weiche, gepflegte Haut.

Dem gegenüber stehen zum Beispiel die etwas härteren Levantiner Naturschwämme. Sie sind feinporiger und fester als die Honeycombs und haben dadurch einen etwas intensiveren Peelingeffekt, sorgen aber trotzdem für ein angenehmes Hautgefühl. Auch als Menstruationsschwämmchen leisten die Levantiner dank ihrer Saugfähigkeit und feinporigen Struktur gute Arbeit.

Naturschwamm ist also nicht gleich Naturschwamm. Für unterschiedliche Bedürfnisse gibt es unterschiedliche Typen. Also am besten vorab informieren, bevor ein Schwamm gekauft wird, oder einfach ausprobieren, welcher Typ am besten zu den eigenen Vorlieben passt.

Pflege: So holst du das meiste aus deinem Naturschwamm

Naturschwamm an einer Badewanne
Wer seinen Naturschwamm regelmäßig benutzt, sollte auf eine gute Reinigung Wert legen.

Naturschwämme sind überraschend strapazierbar und langlebig. Das setzt aber eine gewissenhafte Pflege voraus. Wer seinen Schwamm möglichst lange verwenden möchte, sollte also darauf achten, ihn regelmäßig zu säubern. Das bedeutet: nach jeder Anwendung gut unter klarem Wasser ausspülen, auswringen und an einem luftigen Ort trocknen lassen.

Besonders wichtig ist der letzte Punkt: Wenn die Schwämme an einem geschlossenen Ort, wie einem Badezimmerschrank, in feuchtem Zustand aufbewahrt werden, fördert das die Bakterienvermehrung und kann die Lebensdauer deutlich verkürzen.

In der Regel wird der Naturschwamm im Badezimmer aufbewahrt, weshalb er häufig einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Deshalb ist es nicht immer vermeidbar, dass sich Bakterien an der Oberfläche ansammeln.

Einige Schwammbesitzer schwören darauf, den Schwamm für ein bis zwei Minuten im feuchten Zustand in die Mikrowelle zu geben, was die Bakterien abtötet. Da allerdings die Gefahr besteht, dass er Feuer fängt, sollte man auf keinen Fall zwei Minuten überschreiten und der Schwamm gut befeuchtet hineingegeben werden.

Eine weitere Möglichkeit für die Säuberung ist, den Schwamm ganz einfach bei 30 Grad zu waschen (ohne Schleudern). Das sollte allerdings nicht zu oft gemacht werden, da die Trommelbewegungen dem Schwamm auf Dauer schaden.

Wird der Schwamm nach langer Benutzung etwas spröde, kann man sich auch hier mit Hausmittelchen behelfen. Dafür muss er nur für einige Stunden in sein natürliches Element: Salzwasser. Einfach 125g Salz in einem Liter auflösen und den Schwamm für 24 Stunden darin baden. Anschließend unter fließendem Wasser gründlich ausspülen und schon ist der Naturschwamm wieder angenehm weich.

Only diamonds are forever – Naturschwämme ersetzen

Irgendwann stößt aber auch einmal ein Naturschwamm an seine Grenzen. Wenn sichtbare Abnutzungserscheinungen auftreten, der Schwamm immer häufiger verfärbt und spröde wirkt oder wenn er allgemein sehr oft im Einsatz ist, sollte er rechtzeitig einen Nachfolger finden.

Denn wie bereits erwähnt, können sich Bakterien am und im Schwamm anlagern, die man eventuell selbst bei regelmäßiger Reinigung nicht mehr ganz los wird. Deshalb besser, sich rechtzeitig einen neuen Naturschwamm anschaffen, um eventuelle gesundheitliche Risiken auszuschließen.

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