DIY: Zahnpasta selber machen

Zwei Holzzahnbürstenköpfe

Der Do-It-Yourself-Trend im Kosmetikbereich nimmt in den letzten Jahren immer weiter zu. Eigentlich nicht verwunderlich, ist er doch nur die logische Antwort auf das wachsende Bewusstsein über Plastikverschmutzung, Mikroplastik und dem Wunsch nach veganen Produkten. Natürlich kann man sich als Verbraucher auch eine naturbelassene, plastikfreie Kosmetikmarke wie Marie Natur suchen.

Wer aber ganz genau wissen will, was er oder sie auf die eigene Haut aufträgt oder für die Zahnpflege benutzt, kann sich viele Produkte auch einfach selbst herstellen. So kennt man garantiert alle Inhaltsstoffe und kann sich sicher sein völlig natürliche Kosmetik im Badezimmer stehen zu haben.

Grundlagen der DIY-Kosmetik

Bevor man mit dem Selbermachen loslegt, gilt es sich ein paar grundsätzliche Punkte bewusst zu machen. Zum einen sollte man schon beim Kauf der einzelnen Rohstoffe darauf achten, nur höchste Qualität – am besten Bio – zu kaufen. Denn das Endprodukt ist nur so hochwertig wie seine einzelnen Bestandteile. Also immer genau auf die Etikettierung schauen. Zum Beispiel: Ist das Produkt komplett naturbelassen oder ist es in irgendeiner Weise verarbeitet, parfümiert o.ä.?

Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass viele herkömmliche Kosmetikprodukte deshalb so lange halten, weil sie Konservierungsstoffe enthalten. Das wirst Du Deinen eigenen Produkten vermutlich eher nicht zuführen. Deshalb solltest Du bei der Herstellung sehr reinlich vorgehen, um möglichst keine Keime in das Endprodukt zu bekommen. Das bedeutet: Arbeitsutensilien und das Gefäß, in dem es aufbewahrt werden soll, sehr gut reinigen, zum Beispiel mit Alkohol. Das fertige Produkt dann unbedingt kühl aufbewahren, etwa im Kühlschrank oder einem kühlen, schattigen Plätzchen – am besten außerhalb des oft sehr warmen Badezimmers.

Rezept: Zahnpasta zum selber machen

Teddybär auf einer Zahnbürste mit Sprechblase "remember us at bedtime"
Zähneputzen vor dem Schlafengehen nicht vergessen! Am besten mit einer natürlichen, selbstgemachten Zahnpasta.

Zutaten:

  • 1-2 EL Heilerde
  • ¼ TL Natron (Bikarbonat)
  • ¼ TL Tragant (Traganth)
  • 1 TL Xylitol
  • ¼ TL Aktivkohlepulver
  • ätherische Öle nach Geschmack (z.B. Pfefferminzöl, Fenchelöl, Salbeiöl, Zitronenöl)

Zubereitung:

Für eine kleine Menge Zahnpasta mischt man ein bis zwei Esslöffel der Heilerde mit gleichen Teilen Wasser. Die Paste wird verrührt, bis eine breiartige Masse entsteht. Dem Pulver wird nun eine Messerspitze Traganth zugefügt. Dann wird die Menge noch einmal zu einem geschmeidigen Brei verrührt. Je nach Geschmack kann nun etwas Natron und Xylitol zugegeben werden. Falls die Masse nun immer noch nicht süß genug ist, oder wer auf Xylitol verzichten möchte, der verwendet als Alternative Stevia. Für weißere Zähne fügt man etwas von dem Aktivkohle Pulver hinzu. Wenn alles angerührt ist, können ein paar Tropfen eines der ätherischen Öle hinzugefügt werden.

Dieses Rezept stammt aus unserem kostenlosen E-Book „Naturkosmetik selber machen“.

Schritt für Schritt zum natürlichen Badezimmer

Nachdem Du jetzt Deine selbst hergestellte, natürliche und garantiert mikroplastikfreie Zahnpasta im Badezimmer stehen hast, solltest du auch darauf achten, dass der Rest deiner Produkte im Badezimmer plastikfrei wird. Angefangen bei der herkömmlich Plastikzahnbürste, die sich leicht durch eine Holzzahnbürste oder Zahnputzholz ersetzen lässt. Was von beidem Dir besser liegt, erfährst Du vermutlich nur, indem Du beide Alternativen ausprobierst. Dennoch sollest Du beiden Produkten eine kurze Eingewöhnungszeit von ein bis zwei Wochen erlauben, da die Umstellung in den ersten Tagen vielleicht etwas ungewohnt ist, bevor sich Zahnfleisch und Zähne an das neue Produkt gewöhnen.

Wie Du Dich an anderen Stellen im Bad – zum Beispiel in der Dusche mit Shampoo und Duschgel – plastikfrei und natürlich aufstellst, haben wir in einem früheren Artikel zusammengetragen.

Link zum E-Book mit Rezepten für Kosmetik zum Selbermachen

6 Kommentare

  1. Danke für deine Tipps! Wo bekommt man denn Tragant, Xylith und Akitvkohlepulver her? Ist die Zahnpasta dann auch genauso wirksam wie gekaufte? Ich hab auch mit Zahnputztabletten, kaufbar im Papierbeutel, gute Erfahrungen gemacht.
    Wenn du magst, reich den Beitrag doch bei unserer Linkparade ein, dann erreicht er noch mehr Leute: http://einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de/2018/03/einab-26-lasst-uns-gemeinsam-die-welt.html
    VIele Grüße,
    Marlene

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Marlene, danke für den netten Kommentar. Aktivkohlepulver bekommst du oftmals in Apotheken, bei diversen Onlinehändlern ist es in der Regel aber günstiger. Xylit findet man auch online am einfachsten, allerdings soll dm das tweilweise im Sortiment haben. Bei der Wirksamkeit kann man sich nur auf einzelne positive Erfahrungsberichte stützen, „richtige“ Studien dazu gibt es natürlich nicht. Aber Zahnputztabletten sind natürlich auch eine super Alternative und plastikfrei!
      Danke für den Hinweis zur Linkparade, wir sind gerne dabei 🙂
      Liebe Grüße
      Matthias von Natürlich Plastikfrei

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  2. Danke für das Rezept! Mich würde interessieren, ob es die einzelnen Zutaten auch unverpackt gibt. Ich mache Kosmetik hauptsächlich deswegen selbst, weil ich Verpackung vermeiden will… Mein letzter Versuch mit Zahnpasta ist leider nichts geworden, deswegen nutze ich jetzt zum Teil normale Zahnpasta und zum Teil die Zahn-Tabs aus dem Unverpackt Laden.
    Liebe Grüße!
    Amely

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  3. Hallo Matthias,
    Danke für das tolle Rezept! Ich persönlich rühre meine Kosmetik (noch) nicht selbst. Wie Amely schon geschrieben hat: Es gibt die Zutaten einfach nicht unverpackt! Und das stört mich gewaltig. NATÜRLICH ist die herkömmliche Zahnpasta ebenso verpackt (das stört mich auch…). Ich benutze seit einem halben Jahr eine Tube, die mir wahrscheinlich noch mindestens ein weiteres halbes Jahr reicht, weil ich davon so wenig benötige. Mit dieser Menge an Plastikmüll kann und werde ich leben.
    Nicht, dass du mich falsch verstehst: Ich finde es super, dass du dein Rezept mit uns teilst und eigene Zahncreme machst!!! Ich bewundere dich dafür sehr!
    Viele Grüße, Izabella

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    1. Hallo Izabella, du hast Recht, dass die Zutaten nur sehr schwer bis kaum unverpackt zu bekommen sind. Allerdings glaube ich, dass – einmal gekauft – die Zutaten sehr, sehr lange halten und für viele Monate oder gar Jahre selbstgemachte Zahnpasta ausreichen. Das ist quasi mein „Trade-off“, da ich glaube, dass man unter dem Strich dann doch deutlich weniger Plastikmüll produziert. Ideal ist es aber natürlich nicht, da hast du völlig Recht.
      Viele Grüße, Matthias

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