Plastikfrei-App im Test: Codecheck

Bei der Suche nach plastikfreien Produkten und dem eigenen Weg zum plastikfreien Leben können Smartphone-Apps eine hilfreiche Stütze sein. Wir testen die App Codecheck auf Ihre Plastikvermeider-Tauglichkeit.

Codecheck ist eine kostenlose App, die es dem Nutzer erlaubt (beinahe) jedes Produkt auf seine Inhaltsstoffe zu prüfen und auf einen Blick bedenkliche Zutaten ausfindig zu machen. Das funktioniert durch das einfach Scannen des Barcodes eines Produkts mittels Smartphone-Kamera. Neben der Plastikvermeidung kann das für verschiedene Zwecke nützlich sein: Veganer können zum Beispiel mit nur einem Scan herausfinden, ob ein Produkt für sie geeignet ist und Allergiker finden sofort Inhaltsstoffe, die sie nicht vertragen.

In diesem Test wollen wir Codecheck allerdings vor allem auf seine Tauglichkeit für die Plastikvermeidung prüfen.

Codecheck: Test der Scanfunktion

Die erste elementare Funktion von Codecheck ist das Scannen von Barcodes, um Details zu Inhaltsstoffen zu erhalten. Das kann der Nutzer mit den unterschiedlichsten Produkten machen: Kosmetik, Nahrungsmittel, Haushaltsartikel, Baby- und Kinderartikel, Elektronik, Schreibwaren und vieles mehr.

Screenshots der Scanfunktion in der App Co
Als kostenlose Apps enthält Codecheck auch Werbung. Scannt man ein Produkt, erscheint eine Liste der Inhaltsstoffe.

Scannt man nun ein Produkt, erhält man eine Übersicht, wie viele Inhaltsstoffe als „Unbedenklich“, „Leicht Bedenklich“, „Bedenklich“ oder gar „Sehr Bedenklich“ eingestuft werden. Ein Klick auf die jeweilige Kategorie zeigt dann die Stoffe an, die so eingeordnet sind.

Screenshot einer Inhaltsstoffbewertung in der App Codecheck
Jeder Inhaltsstoff wird beschrieben und problematische Eigenschaften erklärt.

Hier erhält man auch alle Infos, warum er etwa als bedenklich oder sehr bedenklich gilt: Zum Beispiel, weil der Stoff Allergiepotenzial hat, in Verdacht steht Hautirritationen zu verursachen oder krebserregend sein kann. Seine Informationen bezieht die App übrigens aus vielen verschiedenen Quellen, darunter die Verbraucherzentrale, der WWF, der Deutsche Allergie- und Asthmabund und die Stiftung für Konsumentenschutz.

Ein schöner Vorteil: In der Regel wird auf den ersten Blick angegeben, ob Palmöl enthalten ist und ob sich das Produkt für einen veganen Lebensstil eignet. Außerdem erhalten Nutzer die Möglichkeit, selbst Vor- und Nachteile zu Produkten hinzuzufügen. So können sie andere mögliche Konsumenten vor negativen Eigenschaften warnen oder auch positive Aspekte hervorzuheben.

Nun aber zum Kernthema, der Plastikvermeidung. Die negative Nachricht zuerst: Um Plastikverpackungen zu umgehen, ist Codecheck so gut wie ungeeignet. Die App legt einen starken Fokus auf die Zutaten und Inhaltsstoffe eines Produkts. Art der Verpackung scheint hier keine Rolle zu spielen.

Das ist verschenktes Potenzial. Denn bei Produkten, die von außen plastikfrei erscheinen, aber darunter eine weitere Schicht Plastik, einen Plastikdeckel oder ähnliches haben, wäre diese Funktion ein großer Vorteil.

Screenshot der App Codecheck
Enthält ein Produkt Mikroplastik, fällt das sofort ins Auge.

Wo die Codecheck-App allerdings punkten kann, ist bei der Vermeidung von Mikroplastik. Das wird nämlich nicht einfach hinter einer „bedenklichen“ Kategorie versteckt, sondern einzeln aufgeführt. Auf den ersten Blick erkennen Verbraucher so, dass sich winzige Plastikteilchen im Produkt befinden. Und das ist auch gut so, schließlich schlägt sich das Mikroplastikproblem schon in unseren Lebensmitteln nieder.

Da Codecheck allerdings die Option bietet, Kommentare in Form von Vor- und Nachteilen zu hinterlassen, liegt es auch an den Verbrauchern, was sie aus der App machen. Wenn genügend Kunden unnötige, versteckte Plastikverpackungen anprangern, könnte über diesen Umweg ein Nutzen der App für die Plastikvermeidung entstehen. Bis dahin bleibt die Scanfunktion aber vor allem zur Vermeidung von Mikroplastik in Kosmetik hilfreich.

Codecheck: Test der Katalogfunktion

Neben der Möglichkeit, einzelne Produkte abzufotografieren und sofort viele wichtige Infos dazu zu erhalten, können Codecheck-Nutzer auch einfach den Katalog durchstöbern. Hier sind alle Produkte der Datenbank fein säuberlich nach Produktkategorien sortiert. Durch diese Listen kann man nun einfach scrollen und stöbern, denn in der Regel sind die Produkte schon so geordnet, dass die unbedenklichen zuerst angezeigt werden.

Außerdem bietet die App auch eine praktische Filteroption. Angenommen man ist auf der Suche nach einer neuen Zahnpasta; dann lassen sich durch die Filteroptionen zum Beispiel von Vornherein bestimmte Inhaltstoffe ausschließen. So kann man etwa gezielt nach veganen Zahncremes ohne Mikroplastik suchen. Oder Allergiker können genau die Stoffe ausschließen, die sie vermeiden müssen. Dennoch erhält man in der Regel je nach Sucheinstellung immer noch mehrere hundert Produkte. Die alle durchzuschauen und miteinander zu vergleichen, ist schlicht unrealistisch. Eine Vergleich-Option zweier oder mehrerer Produkte gibt es nicht.

Screenshot der Filteroption in der App Codecheck
Mit praktischen Filteroptionen lassen sich Produktkategorien durchsuchen.

Für die Plastikvermeidung zeigt Codecheck hier die gleichen Stärken und Schwächen wie bei der Scanfunktion: Super für das Umgehen von Mikroplastik, unbrauchbar für das Umgehen unnötiger Plastikverpackungen.

Dennoch sei noch lobend erwähnt, dass der Nutzer explizit nach Naturkosmetik und „gutem“ Palmöl suchen kann.

Plastikfrei-Fazit zu Codecheck:

Vorteile:

  • Mikroplastik wird gesondert ausgewiesen und ist auf einen Blick zu erkennen
  • Einfache Handhabung, intuitiv zu bedienen
  • Scanfunktion funktioniert einwandfrei und liefert im Zweifel vor einem Kauf innerhalb weniger Sekunden Infos
  • Filterfunktion im Katalog gut, um gezielt Produkte mit bestimmten Eigenschaften zu suchen
  • Nutzer können selbst Vor- und Nachteile für andere auflisten

Nachteile:

  • (unsichtbare) Plastikverpackungen spielen bei der App keine Rolle
  • Katalogfunktion etwas unübersichtlich
  • keine Möglichkeit Produkte direkt miteinander zu vergleichen

Für Plastikvermeider ist Codecheck vor allem interessant, um auf Nummer Sicher zu gehen, wenn dann doch einmal ein Produkt aus der Drogerie her muss (zum Beispiel mangels Alternativen). Dann lässt sich auf einen Blick checken, ob Mikroplastik enthalten ist oder andere Stoffe, die schlecht für Umwelt und Gesundheit sind.

In der Praxis fährt man aber wohl besser, wenn man sich auf anderem Wege Informationen zu plastikfreien Produkten holt oder sich selbst plastikfreie, natürliche Kosmetikmarken sucht. Im Zweifel kann dann immer noch Codecheck hinzugezogen werden, um sich die Inhaltsstoffe des gewünschten Produkts noch einmal genauer anzusehen.

Für diesen Test wurde die Android-Version 5.1.14-487 verwendet.

 

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